Unsere 6. und letzte Woche stand zwar offiziell unter dem Begriff “Surfacing”, also die Oberflaechenbehandlung von Holz mit Oelen etc.. Aber dieses Thema hatten wir an einem Tag durch, sodass genuegend Zeit fuer die Fertigstellung all unserer Kleinstprojekte, welche zum Teil immer noch nicht fertiggestellt waren, oder weiterer neuer Projekte bleiben sollte. Ich fuer meinen Teil habe es Brian nicht gleich getan und mich nur auf 2 zusaetzliche Hobel, ein Schabmesser und mein gebogenes und zugleich furniertes Uebungsstueck konzentriert. 4 zusaetzliche Hobel, eine Schatulle fuer seine Freundin zum Geburtstag und etwas Kleinkram nebenbei hielt ich dann doch ausserhalb des Machbaren fuer mich.
Juan Carlos zeigte uns noch an den Nachmittagen, wie wir Tuerscharniere, Tuerstopper oder gar Handgriffe anfertigen koennen…ganz individuell angepasst auf das jeweilige Projekt.
Am Donnerstag Abend war’s dann soweit: Schnell nochmal nach dem Unterricht frisch gemacht. Die Juroren, vertreten von Robert und Yvonne (Eigner der Schule), ueberreichten uns im Gumboot Restaurant unsere “Zeugnisse”. Welches mich jedoch gefuehlterweise noch lange nicht zu einem Schreiner machte. Aber auf alle Faelle habe ich mehr und intensiver gelernt als in meinem Kurs in Muenchen. Somit hat der Kurs hier drueben in Kanada seinen Zweck erfuellt: ich wollte Grundlagen erlernen, welche ich vielleicht mehr als nur fuer´s Hobby nutzen kann…ich werd´ sehen. Zumindest ist ein Punkt auf meiner Liste erfolgreich abgehakt.
Nachdem dann auch am Freitag, meinem letzten Tag in Roberts Creek, endlich meine Leatherman-Bestellung aus den Staaten eintraf, konnte ich entspannt die letzten Stunden bis in die Nacht hinein mit Hannah, Beatriz, Juan Carlos, Grig, Brain und der gesamten Familie Van Norman (Robert, Yvonne und Kinder) noch geniessen. Irgendwie scheinen sie’s hier in Nordamerika nicht so mit der Post zu haben. Auf alle Faelle wurden die avisierten 4-10 Tage mit letztendlichen 11 Tagen doch arg ausgedehnt…was meinem Nervenkostuem nicht gerade zutraeglich war. Aber, Bruderherz, ich kann Dich beruhigen, mittlerweile sollte Dein ”kleines Klappmesser deluxe” auch zu Dir unterwegs sein…mit all dem anderen “Spielzeug”.
Eines war jedoch am Freitag ziemlich bizarr! Gleich nach dem Kurs stand noch das Ausraeumen und Saeubern unseres Schulraumes an. Innerhalb von Minuten leerten sich die sonst so herrlich ueberbordenden Werkbaenke. Es verwandelte sich ein geschaeftiger, mit Leben und Atmosphaere gefuellter Raum, welcher ueber Wochen unsere vertraute Umgebung war, in eine verwaiste, nichtssagende Halle. Eben waren wir hier noch zu Gange und nun kommt auch schon die naechste Etappe. Was immer sie auch bringen mag. Schade nur, dass man nicht doch ab und an mal ein wenig festhalten kann.
Am Samstag Morgen habe ich, so glaube ich, noch einmal die Werbetrommel im Up the Creek-Hostel fuer mich gedreht. Irgendwie musste meine zuvor gewaschene Waesche noch trocken werden, bevor ich mich gegen 10 Uhr zur Faehre nach Vancouver aufmachen wuerde…Schlag 7:30 Uhr schmiss ich dann, immer noch mit mir ringend, den Trockner an…hoffend, dass es nicht allzu laut werden wuerde. Nix da! Nicht nur, dass das Rotationsgeraeusch, aufgrund der so “substanzhaltigen” Bauweise in Nordamerika, ueberall im Haus zu vernehmen war. Nein, es gesellte sich auch noch eine Wellenlaenge hinzu, welche das Haus ein ganz klein wenig in Vibrationen zu versetzen schien…oh oh, das Haus als Resonanzraum! Ich rechnete jeden Moment damit, dass Martin, der Hostel-Eigner, die Treppe heruntergestuermt kaeme.
Es blieb jedoch gluecklicherweise bei ein paar Entschuldigungen und Bitten um Verstaendnis bei den anderen Mitbewohnern, welche so langsam aus den anderen Zimmern purzelten…mit verknietschtem Gesicht.
Also, noch bei Martin verabschiedet, wieder das Schminkkoefferchen geschultert und mit Grig zur Schule, um dort, nach entsprechender Verabschiedung, das Angebot von Beatriz & Juan Carlos & Chi Chi wahrzunehmen, mich zur Faehre nach Gibbsons mitzunehmen.
Tschuess und hoffentlich bis bald…der Kartenvorverkauf fuer die olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 startet ja in diesem Oktober und Grig, Hannah und Brian werden zu dieser Zeit wohl ihr Resident Craftsman Program (9 Monate Dauerhobeln) absolvieren.
“Heute ist nicht alle Tage, ich komm´wieder, keine Frage!”
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