Nun nach dem Ende meiner Zeit in Roberts Creek mit der Faehre ueber die Horseshoe Bay nach Vancouver uebersetzend, genoss ich noch die entspannte Zeit in der Sonne. Denn das Wetter fuer unsere Wanderung (Trail) auf Vancouver Island in den kommenden Tagen verhiess nichts Gutes. Um genau zu sein: stroemender Regen! Und wir wollten gleich noch am Nachmittag dorthin aufbrechen. Denn Marnie kuemmerte sich soweit um die ganzen Besorgungen (“Trockenfutter”, Land-/Wanderkarten, etc.). Insgeheim hoffte ich, Marnie wuerde mir die Last abnehmen und den Trip absagen. Ich Weichei, ich!
Mit der Faehre angekommen, erreichte mich jedoch eine SMS von ihr. Sie waere gestern ein wenig laenger unterwegs gewesen und habe somit noch nicht alles besorgen koennen. Unsere Abreise verschob sich somit von Samstag auf Sonntag. Es stellte sich heraus, dass Frauen nicht nur mit den beiden Worten Ja und Nein so Ihre Unterscheidungsschwierigkeiten haben, sondern nun auch noch mit “noch nicht ganz” und “gar nicht”. Dies sollte mir in diesem Fall nur recht sein, denn somit hatten wir genug Zeit noch die Einkaeufe zu taetigen und unsere Rucksaecke zu reorganisieren. Denn einen Deal hatte ich fuer diesen Trip mit Marnie eingehen muessen: bis auf meinen Schlafsack und meine Isomatte, gingen mir ja ein Zelt, ein Kocher und das entspr. Geschirr ab. Sie lieferte also und dafuer erklaerte ich mich bereit als “Burro” (Packesel) zu fungieren. Naja, man ist ja Gentleman, gell!?!
Nach einem Grosseinkauf bei MEC, dem kanadischen Pendant zu Globetrotter in Deutschland, und einer Runde Sushi mit ihrer Freundin Anna, machten wir uns abends so gegen um Neun ans Packen der Rucksaecke…sollte ja so lange nicht dauern!
Zwischendrin erinnerte ich mich an eine Aussage von Anna, drei Wochen zuvor in Sechelt, Marnie habe es ab und an nicht so mit der Zeitplanung und koenne sich nicht so recht auskaesen. Na, dann hat sie mich noch nicht erlebt, hatte ich damals, in mich hineinschmunzelnd, gedacht.
Aber wir ergaenzten uns super. Die Verteilung von Kocher, Schlafsaecken, Zelt, Essen etc. funktionierte wunderbar. Es passte alles in unsere Rucksaecke. Selbst meine Kamera. Nur geruesstet fuehlten wir uns mittlerweile nicht mehr…es war Vier Uhr morgens (!!!) als wir fertig waren. Und Aufstehen war fuer Sieben anberaumt, um die Faehre zu bekommen.
Hoffentlich wird das noch besser mit unserer Zeitplanung!
Eines mussten wir jedoch noch beruecksichtigen. Wir wuerden uns in freier Wildnis befinden und mussten somit gewisse Vorkehrungen treffen und Verhaltensweisen beachten, um nicht mit Baeren oder anderen wilden Tieren unangenehm in Kontakt zu kommen. Selbst Pumas soll es auf Vancouver Island geben. Wobei ich immer noch eine naiv-verspielte Haltung gegenueber Pumas habe…die sind soooo schoen und anmutend! Der haette gar keine Chance mich zu attackieren…den wuerd´ ich vorher schon “zu Tode geknuddelt” haben.
Also, Martin, mein erfahrener Weltreisender und Hostel-Besitzer in Roberts Creek, meinte Folgendes:
- Essenszubereitung mind. 50-100 Meter vom Zelt entfernt
- Essensaufbewahrung ueber Nacht im Food-Cache (Aufbewahrungsbehaelter in der Naehe des Zeltplatzes) oder Essensbeutel mind. in 4 Meter Hoehe im Baum aufhaengen, wobei dieser dann auch in gewisser Entfernung vom Baumstamm baumeln sollte…Baeren sind wunderbare Kletterer, vor allem die Jungen
- selbst Zahnpasta und Deodorants (Anti-Transpirat) sollen aus dem Rucksack raus, wenn dieser ueber Nacht im Zelt behalten wird
- Verpackungsreste sind ebenso separat aufzubewahren, da sonst der Rucksack den Geruch annehmen und ebenso die Baeren anlocken koennte
- Geschirr eher im Meer als im Fluss abwaschen, da Essensreste im Fluss bleiben und die Tiere anlocken koennte
…all dies ist notwendig, um die Tiere nicht daran zu gewoehnen, dass am Zeltplatz jederzeit Essen zu bekommen waere und um somit Wanderer nach uns zu schuetzen…
- immer eine Lampe und ein Messer im Zelt haben
- am besten eine Baerenklingel/-glocke (engl. “Bear Bell”) mitfuehren und sich somit den Baeren zu erkennen geben…die Schwarzbaeren verschwinden dann, die Grizzlies…?!? Siehe unten…! ;o)
Ein kleiner Scherz aus Kanada:
“Woran kann man den Kot von Braunbaeren und Grizzlybaeren unterscheiden?
Richtig! Der Kot eines Braunbaeren ist eher braeunlich-gruen und es lassen sich ggf. Reste von Beeren und anderer pflanzlicher Nahrung finden. Wobei sie ja auch tierische Nahrung zu sich nehmen.
Der Grizzlybaer hingegen laesst sich anhand der Bearenglocken im Kot ausmachen!”
…na dann, Waldmanns Heil !
English version:
After all the nice time in Roberts Creek and now crossing the Horseshoe Bay by ferry, I just enjoyed to sit in the sun on the top deck. Because there was no good forecast for our trail on Vancouver Island in the next days. To be precisely: Pouring rain! And we wanted to get there right away in the afternoon. Because Marnie was doing all the errands (dried food, maps etc.). Privily I was hoping that Marnie would take away the burden from me and to cancel the trip. I am such a wimp.
Arrived with the ferry I just got a message of her. Yesterday she would have been a little bit longer out and so wasn’t able to do all the errands. Thus our start of the trip was postponed from Saturday to Sunday. It turned out that women not only have problems with the words “yes” and “no”, but now also with “not just yet” and “not at all”. This should be in that case all right with me, because so we had enough time to buy all this necessary stuff and also to re-organize our backpacks. Because for one deal I had to agree with Marnie in regard of our trip: except of my sleeping bag and my insulation matress, I had no tent, no stove and no dinnerware with me. So, she was delivering and I agreed to act as a “burro”. Oh well, I’m a gentlemen, si!?!
After our bulk buying at MEC, the canadian pendant of our german Globetrotter and also a round of sushi with her friend Anna we started to pack our bagpacks around nine…it shouldn’t take so long!
In the meantime a saying of Anna three weeks ago came into my mind that Marnie has from time to time no arrangement with the schedule and thus take her own time. Well, then she haven’t experienced me I had thought while smiling into myself at that time.
But we complemented each other very well. The allocation of the stove, the sleeping bags, tent, food etc. ran wonderful. All was fitting into our bagpacks. My big camera as well. Only well prepared we hadn’t felt anymore…it was four o’clock in the morning (!!!) when we got ready. And waking up was set down for seven, in order to get the ferry to Nanaimo.
Hopefully this it gets better with our time management!
One thing we still had to consider. We would be in the wilderness and hence arrange certain precautions and consider some behavior, to avoid unpleasant contact with bears or other wild animals. I just heard that cougars are also living on Vancouver Island. Although I still have a naiv-playful habit in regard of cougars…they are sooooo beautiful and graceful! He wouldn’t have a chance to attack me…I already would have snuggeled him to death.
Well, Martin, my experienced globetrotter and hostel-owner in Roberts Creek mentioned the following:
- Preparing food at least 50-100m away from the tent
- Food-storage overnight in the food cache or food bag in the tree in a height of at least 4m, whereas it should be a little bit away from the trunk…because bears are awesome climbers, even the young
- Even tooth paste and deodorant should be taken out of the backpack, if it is kept in the tent overnight
- Trash has also to be kept separately, otherwise the backpack gets the smell which also could attract the bears
- Dinnerware is better washed in the sea then in the river, because rests of food could stay in the river and also attrac the animals
…all this is necessary not to habituate the animals that they can find food in the near of camping grounds and thus to keep trekkers safe who will follow…
- Always have a torch and a knife in the tent
- The best is to carry a bear bell with you and so to reveal yourself to the bears…the black bears will disappear then, the Grizzlies…?!? ;o)
Well then…Weidmannsheil! (A traditional wish for good luck to a hunter before a hunt or said when congratulating a hunter on a kill)
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