Waehrend es in der Schule in Woche 4 und 5 so langsam an die interessanten Themen, wie Holzverbindungen sowie Furniere & Kurven, ging, wurde somit aber auch immer deutlicher, dass sich diese wunderbare Zeit hier in Roberts Creek dem Ende zuneigt. Die Abende, an denen wir laenger in der Schule blieben, um noch an unseren Kleinstprojekten weiterzuarbeiten und danach noch zusammensassen, haeuften sich. Wir wurden mehr und mehr eine nette kleine Truppe. Einige, die nur Wochenkurse buchten, kamen und gingen, aber unser Kern-Team blieb bestehen.
Somit war aber auch klar, dass ich mir so langsam konkretere Gedanken ueber meine 2 zusaetzlichen Wochen in British Columbia nach dem Schreinerkurs machen sollte. Die Einladung von Marnie (eine der 14 Frauen vom Wochenende zuvor), nach Vancouver zu kommen, brachte auch gleich am darauffolgenden Wochenende den rechten Impuls:
Nein, nicht der weithin bekannte West Coast Trail auf Vancouver Island, sondern der gerade erst in diesem Jahr eroeffnete North Coast Trail auf dieser riesigen Insel vor Vancouver wuerde die erste wirkliche Bewaehrungsprobe fuer mich und meine Ausruestung sein. Wobei wohl weniger meine Ausruestung, als vielmehr ich auf physische und psyschische Widerstandsfaehigkeit gegen naturelle Einfluesse zu testen sein wuerde. Camping ueber mehrere Tage hinweg war mir ja bislang bekannt, doch befand sich doch immer noch ein Rest Zivilisation (sanitaere Einrichtungen etc.) im Umkreis von 50m. Ganz gemaess dem aktuellen SPIEGEL-Artikel 5-Sterne-Campinski. Aufgrund der Tatsache, dass dies hier nun nicht der Fall sein wird, wird es wohl so einiges zu berichten geben ;o) Ich deutscher Vorgarten-Camper, ich!
Nachdem ich ja waehrend meiner Anreise in Kanada schon ein wenig habe schnuppern duerfen, habe ich nun mit Stanley Park (parkaehnliche Halbinsel im Herzen der Stadt) und Granville Island (Quasi-Kuenstler-Theater-Insel und jeder Menge Restaurants) sowie dem Radrennen den Seymour Mountain hinauf, ein wenig mehr von Vancouver sehen koennen. Ja, hier liesse es sich aushalten. Wobei Strassen, wie Hastings Street mit all ihren Obdachlosen und Drogenabhaengigen, nicht vergessen werden duerfen. Keine Stadt ist perfekt! (ich weiss, drei Eurosen ins Phrasenschwein)
Bliebe eigentlich nur noch die zweite Woche nach dem Schreinerkurs offen. Okay, Birgit und Silke hatten mir irgendwas von Bustouren mit jungen Leuten in die Rocky Mountains erzaehlt…okay, mal schauen, was das Google-Brain sagt?!?
“2-Tages-Trip Banff National Park incl. Hotel: 895 CAD!” – “Mmmh, knapp daneben. Nein!”
“8-Tages-Trip Banff-Jasper-Calgary-Keelowna incl. Hotel: 1.595 CAD” – “…aaaah, auch nicht ganz! zu billig!”
…findet sich denn hier gar nichts fuer junge, abenteuerlustige Rucksackreisende?!? Ich moechte doch nicht mit einer – Entschuldigung! – Horde Rentner oder einer japanischen Kanada-in-vier-Tagen-Reisegruppe auf eine Kaffeefahrt gehen. Da waere der Unterhaltungsfaktor irgendwo zwischen Country-Musik und Herrn Silbereisen angesiedelt…oder wie heisst doch gleich unser volksmusikalisches Naturtalent?
Aaah, richtig: Moose-Tours war’s…danke Silke, fuer die Erinnerung.
Die Route war schnell ausgemacht: Vancouver – Banff – Jasper – Banff plus zusaetzliche Tage irgendwo unterwegs…die sind naemlich flexibel, gell! Und junge Leute gibt´s da auch!
Und zurueck nach Vancouver wuerde es dann mit dem Greyhound-Bus gehen.
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