An diesem Morgen ging´s noch frueher raus als gestern: 5:00 Uhr! Abfahrt im ersten Morgengrauen um 5:45 Uhr.
Als erstes standen die Geysire auf ca. 5.000m auf dem Plan. Wenige Minuten spaeter trafen wir dann bei den Agua Calientes (heissen Quellen) ein. Ein heisses, morgendliches Bad mit anschliessendem Fruehstueck stand auf dem Programm. Wobei ich gern noch laenger drin geblieben waere, machte ich mich gut durchgewaermt zum zweiten Highlight an diesem Morgen auf…Fruehstueck. Doch was hier folgte war ein Disaster! Okay, ich bin satt geworden, aber ungeroesteter Toast, ohne Butter und ein wenig Marmelade aus der Tube war im Vergleich zu all den anderen Gruppen die an den Nachbartischen sassen, eindeutig ausbaufaehig. Denn dort wurde Fruechtesalat mit Joghurt, Pancakes mit Sirup etc. gereicht. Hey, wir hatten nicht gedacht, dass wir hier die Billigvariante gebucht hatten. Vielmehr hatten wir den Eindruck, dass unsere “Koechin” von Mahlzeit zu Mahlzeit immer mehr die Lust an ihrem “Profession” verlor. Die anderen Koeche schienen wenigstens die vorhandene Kueche fuer Vorbereitungen genutzt zu haben, sie hingegen hat wohl nur in ihrer Kuehlbox gekramt und irgendetwas gefunden.
Auch hier wieder: Egal! Viel lieber wollten wir ja noch die Laguna Verde ganz im suedwestlichen Zipfel von Bolivien, an der Grenze zu Chile, sehen. Dort wuerden wir dann auch Rod (AUS) abliefern, da er seinen Weg gen Sueden fortfuehren wird. Eigentlich waere das auch mein Weg gewesen, aber da ich ja Peru noch nicht gesehen hatte und zusammen mit Jack reisen wollte, wuerde dieser Grenzuebertritt gen Chile wohl noch ein wenig warten muessen.
Und da war sie auch schon. Eingefasst in eine Bergkette, schillerte auch die Laguna Verde aquamarin. Den windbedingten Farbwechsel der Lagune konnten wir zwar nicht sehen, aber dennoch war es ein schoener Anblick.
Danach lieferten wir dann Rod an der Grenze ab und kehrten von dort gen Norden nach Uyuni um. Immerhin wuerden es mindestens 5-6 Stunden Fahrt sein….na toll, noch mehr Jeep fahren, dachte ich!
Aber unser Fahrer legte ordentlich vor. Das, was er heute morgen mit seinem 20-30iger Schnitt, bis zu meiner Nachfrage, ob er denn nicht schneller fahren koennte, verloren hatte, schien er nun wieder aufholen zu wollen.
Doch diese rasante Fahrt wurde jeh in einer langgezogenen Rechtskurve mitten in der Hochlandwueste von Bolivien beendet. Ich spuerte nur, wie unser Toyota-Jeep auf einmal links in die Knie ging und sich unkontrolliert mit ca. 60 km/h der links aufgehaeuften Pistenbegrenzung unserer Schotterpiste naeherte. Just in diesem Moment konnten wir dann auch schon eines unserer linken Raeder, welches uns scheinbar im Kurvenscheitelpunkt verlassen hatte, davonrollen sehen. Aaaaah!
Zum Glueck kamen wir dann auch alsbald zum Stehen. Ein kurzes “Danke” nach oben gebend, stieg ich dann auch gleich mit aus…nicht, dass noch irgendetwas passiert mit unserem Gefaehrt ;o) Waehrend unser Fahrer sich das Maleur ansah, machten sich Jack und Chris auf, das verlorengegange Rad “einzufangen”.
Von ingesamt 6 Radbolzen waren 3 komplett und glatt abgebrochen. Die drei restlichen bog unser Fahrer wieder zurueck, so gut es ging…wie war das doch gleich mit Strukturveraenderung bei Neuanordnung (Zurueckbiegen) der Materialstruktur? Richtig! Materialermuedung ist die Folge! Suuuper! Aber hier mitten im Nichts blieb unserem Fahrer und somit auch uns keine andere Wahl. Abschleppen haette uns einer der womoeglich vorbeifahrenden Jeeps ja auch nicht koennen.
Da die 3 uebriggebliebenen Radbolzen ueberlebt hatten, mussten sie also bereits zuvor ohne Radmuttern gewesen sein…noch ein “Na toll!” Soviel zum Thema Fahrzeugsicherheit: “WIR haben die besten Fahrzeuge!” Genau! Dachte ich. In meinen gesamten neun Jahren, in denen ich meine (Winter-)Raeder immer selbst gewechselt hatte, ist mir das noch nicht passiert. So langsam scherzten wir schon wieder und hofften fuer unseren Touragenten in Uyuni, er wuerde uns nicht mehr antreffen.
Ich machte mich dann noch auf, um vielleicht noch ein paar verlorengegangene Radmuttern fuer unseren Fahrer zu finden. Denn sonst muessten zu viele Radmuttern der anderen Raeder dran glauben.
Eine konnte ich noch finden.
Nach gut einer Stunde waren wir dann wieder startklar. Zwar mit einem verbogenen Kotfluegel und fehlender Radhausverblendung, aber das war´s dann auch…halt nur Kosmetik. Auf ging´s…wenigstens bis zu den heissen Quellen, wo wir evtl. Hilfe oder eine andere Mitfahrgelegenheit erhaschen konnten.
Aber was macht denn unser Fahrer?!? Mit 3 angezogenen Radbolzen jagt er auch schon wieder ueber die Schotterpiste…aeaeaeh, ´tschuldigung, ich wollte heute noch lebend in Uyuni ankommen! In jeder Kurve verkrampften sich unsere Haende und wahrscheinlich nicht nur MEINE Po-Backen.
An den heissen Quellen angekommen, machte sich unser Fahrer gleich ans Werk noch einen Radbolzen von der rechten Seite auf die linke Seite zu tauschen. Waehrenddessen hiess es fuer uns “Mittagessen”. Richtig! Wir durften uns wieder von den nun noch besseren “Kochkuensten” Mageritas ueberzeugen lassen. Reis, Thunfisch aus der Dose, wahlweise noch Mayo oder Ketschup, wer mag. WAS UM HIMMELSWILLEN IST DAAAAS??? Bestimmt nichts Einheimisches. Sonst waere in Bolivien schon laengst im Hungerstreik!
Na wenigstens hab´ ich noch ein paar schoene Fotos von der Lagune machen koennen, bevor wir wieder auf unser gehandicaptes Gefaehrt aufgesprungen sind. Die Fahrt dauerte also mit unserem kleinen Missgeschick etwas laenger. Wir waren zwar erst so gegen 20 Uhr in Uyuni zurueck, aber immerhin lebten wir noch. Somit waren all die wunderbaren Eindruecke von diesem Landstrich hier unten im Sueden Boliviens nicht umsonst und ich kann ein paar davon mit nach Hause bringen.
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