Einen wunderschönen guten Morgen, Freunde des humorvollen Reiseberichtes. Heute ist Dienstag, der 28.04.2009. Wie Ihr sicher schon bemerkt habt, gab es eine geringfügige Verzögerung, was die Aktualisierung dieses überaus brillianten Blogs betrifft. Das wird nun ein Ende haben. Denn ich, Matt Schwarz, werde dafür sorgen, dass Ihr wieder was zu lesen habt. Ich werde Euch solange mit meinem Stammtischphilosophenmüll auf den Keks gehen, bis das liebe Saschilein völlig entnervt wieder anfängt zu schreiben.
Es ist schon erstaunlich, wie ein Analogmensch wie ich es geschafft hat diese heiligen Seiten zu entern…egal ich bin drin und die Welt steht offen für all mein dusseliges Gelaber, das kein Mensch hören möchte. Mir doch EGAL. Das ist meine Chance. Nun, da ich hier ja einen Reiseblog geentert habe, sollte ich vielleicht auch über eine Reise schreiben. Meine Reise. Naja, es war wohl mehr ein Ausflug. Es ging nämlich nur in die Dolomiten und es waren auch nur 7 Tage. Und wir (mein Kumpel Christel und ich) haben im Hotel gepennt. Im Vergleich zum Sascha ein echter Fliegenschiss…ich geb’s ja zu. Schön war’s trotzdem. Obwohl die Reiseplanung unter denkbar schlechten Vorzeichen anlief. Aufgrund meiner altersbedingten, körperlichen Gebrechen (die Knie-OP steht im Juli schon an) und weil ich wegen meines höchst anstrengenden Schülerdaseins auf festgelegte Ferien angewiesen bin (jaaa…ein wenig Mitgefühl darf ich da schon erwarten), musste es also die erste Osterferienwoche sein. Ich wollte schließlich Ostern mit meiner Familie verbringen. Da saßen nun die beiden Analogen am 27.03.09 vor dem weltweiten Netz und wunderten sich über die italienischen Wintertemperaturen. Selbst auf Sizilien sollen in drei Tagen noch 5 Grad nasse die Nacht verschönern. Plus eine Tageshöchsttemperatur von unglaublichen 11 Grad plus. Da macht Motorrad fahren Spaß.
Na denn, Wetter beobachten und spontan entscheiden. Um ehrlich zu sein ist mir das Wetterglück, das mir auf Touren mit dem Christel bisher zuteil wurde langsam unheimlich. Auch diesmal gab es eine rasante Verbesserung der europäischen Großwetterlage mit einem Azorenhoch und…das führt zu weit. Kurzum, da haben ‘ne Menge Leute wochenlang immer fein aufgegessen. Wir konnten also eine Woche später die Guzzis beladen und bei herrlichstem Sonnenschein am 04.04. um 7.30 Uhr nach Italien aufbrechen. Bis Garmisch war die Anfahrt recht unspektakulär. Es heißt ja nicht umsonst AUTObahn. Aber dann: Alte Brenner Pass-Straße, Landstraße bis Bozen und die erste Kapuze geschlürft. Und gleich noch eine hinterher…das Leben ist schön!!! Dann aber weiter, es ist schon Sechse und es warten noch ein paar Höhenmeter. Nigerpass, Karerpass, und müde. Es dunkelt und in Welschnoven begrüßt uns ein Schild „ HOTEL TYROL”….und noch eins „Biker’s Welcome”. Nix wie rein. Freunde, das Glück reißt nicht ab. Doppelzimmer mit Frühstück für 34 Euronen die Nacht, da kann man nicht mäkeln. Klamotten auf’s Zimmer, ‘nen Troppen Wasser ins Gesicht und schön essen. Hier kocht der Chef noch selbst…und wie! Sagenhaft, was der Diego am Herd so zaubert. Ich bin selten so begeistert wenn ich für Essen mein sauer verdientes Geld über’n Thresen schieben muss, aber die Carbonara-Spaghetten sind echt der Hammer. Um’s kurz zu machen: Wir wollten eigentlich weiter nach Süden, sind aber an einem Nudelberg gescheitert. Was soll’s, das Aprilwetter war Maiwetter und überall wo Ski-Touris auf Berge pilgern, da sind auch die Pässe frei. Falzarego, Pordoi, Passo Rolle, Campolongo, Grödner Joch, Cortina d’ Ampezzo…Kilometer für Kilometer eine Offenbarung, literweise Cappucino, Tonnen von warmem Apfelstrudel und am Abend lecker Nudeln vom Meister …Tage des Glücks.
Sonntag 05.04. – 350 km
Montag 06.04. – 350 km
Dienstag 07.04. – 300km
Mittwoch 08.04. – Kultur…
…ja richtig, Kultur. Man kann ja nicht nach Bozen fahren und dann den Ötzi nicht besuchen. Sehr informative Sache so ein Museumsbesuch, zumal auch gerade eine Sonderausstellung mit Mumien aus aller Welt lief. Ägypten, Südamerika, Asien, mumifizierte Moorleichen aus Europa, das volle Programm. Da hätt’ sich der olle Kahlebutz auch ganz gut gemacht. Ich weiß, klingt etwas morbide, wenn man so von Leichen schwärmt, aber es war wirklich interessant. Danach gab’s lecker Eis und ‘ne Kapuze – was sonst?!
Attenzione! Attenzione! Macht ‘nen Bogen um das Dom-Café…die bescheissen. Der einfache Cappuccino 2,50 EUR…das ist Nepp!
Und dann raus aus dem mondänen Bozen, zum Messner Reinhold auf Sigmundskron. Da hat der nämlich sein MMM (Messner-Mountain-Museum). Selbst wer sich nicht wirklich für Bergsteigerei interessiert, sollte sich den Besuch dieses wirklich schönen Fleckchens Erde nicht entgehen lassen. Dieses Museum vereint Politik, Umweltschutz, Geschichte und natürlich die Entwicklung der Technik in der Bergsteigerei zu einem sehenswerten Ganzen. Allerdings sollte man sich viel Zeit mitnehmen und ein Minimum an körperlicher Fitness. Denn, wenn man alles gesehen hat, ist man diverse Türme und andere Treppen hoch und runter gelatscht und hat dabei wohl 400 Höhenmeter absolviert. Ganz zu schweigen von den Milliarden Kilometern Wegstrecke. Wie gesagt…es lohnt sich. Ach ja , es gibt ihn wirklich, Den Messner Reinhold, wir haben ihn gesehen. Bevor wir jedoch die Kameras angekurbelt hatten…da verschwand er schon wieder in den Weiten seines wirklich schönen Anwesens. Schade…
Donnerstag 09.04. – Heute sollte es gemächlicher ablaufen, der erste Fahrriemen hat sich gelegt und die Pässe die wir noch nicht gefahren sind (z.B. Penser Joch) waren noch geschlossen. Wo keine Ski-Touris hinpilgern werden auch die Straßen nicht geräumt. Ein Grund mehr, irgendwann wieder zu kommen. Dann vielleicht im Sommer. Ach ja, gemächlich…wir wollten also ganz relaxt Weinstraße Richtung Gardasee (da war ich schließlich noch nie), Kapuze schlürfen und wieder zurück. 200 km am Tag sind eigentlich genug. Um’s kurz zu machen, wir waren in Riva, haben den See nicht gesehen, hatten keinen Cappuccino und abends 420 km auf dem Kilometerzähler. Ein schöner Tag.
Freitag 10.04. – Der letzte Tag. Ja Freunde, der Urlaub ist fast vorbei. Es gibt noch einiges aufzuarbeiten. Erstens: Einkaufen…jawohl, am örtlichen Metzger sind wir nicht vorbei gekommen (Schinken, Salami, Kaminwurzen…herrlich), was ein Glück, dass Zelten abgewählt war…so viel Platz auf den Guzzis. Zweitens: nicht gemachte Fotos nachholen (ich wollte unbedingt noch die Guzzi vor so ‘nem riesigen Holzstapel)…und Drittens bestand unsere einzige, nicht erlaubte Handlung im wiederholten Übertreten von Geschwindigkeitsbeschränkungen…das geht so nicht. Also auf zu alten Straßen, verbotenen Wegen. Ich weiß, ich weiß. Total unreif, wie die kleinen Kinder, BLABLABLA. Die alte Eggental-Straße war’s wert die italienischen Verkehrsregeln etwas zu „dehnen”, außerdem war der Schlagbaum offen und die Fotos sind auch spitze geworden…
Und nun lasst mich noch einmal kurz das Thema Wetterglück aufgreifen. Das gibt es nicht. Ich bin davon überzeugt, dass es uns (dem Christel und mir) bestimmt ist, auf sonnigen Straßen unserem Hobby zu frönen. Ich habe es gesehen, das wahrhaft Göttliche…und es ist weiblich!!! Seht selbst.
Die Heimfahrt verlief unspektakulär, wie die Anreise (Autobahn halt). Der Christel war total zickig, weil er nach Hause musste und ich wusste auch nicht so recht. Einerseits wollte ich noch bleiben, auf der anderen Seite war da noch meine kleine Familie, die ich, Weichei das ich bin, echt vermisste. Alles in allem war’s ‘ne geile Zeit…Rock’n'Roll , euer Blockpirat Matt Schwarz.
So Leute, 09.45 Uhr und der Sascha pennt immer noch. Aber schaut mal, ich hab ‘nen Wecker gekauft. Natürlich in der einzig wahren Gutenmorgengutelaune-Farbe…MATTSCHWARZ Und die Röhre ist auch schon warm…ROCK’N'ROLL Gooooooooood Mooooooooooorning Sascha!
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