Nach unserer 24 Stunden waehrenden Busfahrt von der traumhaften Bergwelt an die Nordkueste von Peru – incl. dreimal Umsteigen – kamen wir in “Little-Mallorca” an. In unserem Hostel hier in Mancora fuehle ich mich wie auf einem Club-Urlaub, welchen ich eigentlich nie im Leben haben wollte! Dafuer bin ich doch schliesslich Individualreisender. Das suggeriert mir jedenfalls jeden Tag auf’s Neue der Einband meines Reisefuehrers!?! Die Party-Musik bis spaet in die Nacht, die Bauarbeiten der noch nicht ganz fertiggestellten Anlage, die “boozenden” (saufenden) Jung-Australier, -Englaender sowie -Amerikaner versuchte ich einfach zu ignorieren. Denn immerhin konnte der Pool schon benutzt, abends brilliantes Essen verzehrt und drumherum so einiges fuer koerperliche Erholung und Ertuechtigung genutzt werden. Und nicht zu vergessen: meine irischen Maedels waren ja noch da. Das half!
Meine Wahl fiel erst einmal auf einen Sprung in das kuehlnasse Element…Wasser genannt. Yes! Ich glaub’, so lassen sich 4-5 Tage ohne Weiteres “rumbringen”. Alsbald bekam ich dann auch Wind vom ueberaus lukrativen Angebot Capoeira-Stunden nachmittags hier im Hostel zu nehmen. Fuer umgerechnet 1,20 EUR zwei Stunden lang etwas an frischer Luft fuer Koerper und Seele tun zu koennen, klingt doch ganz gut, oder?! Dafuer koennen Fitnessstudio-Gaenger gerade mal an den Freeze-Shake-Behaeltern an der Theke schnuppern oder den Spint von aussen streicheln. Und immerhin mussten wir so langsam mal wieder etwas fuer/gegen unser Hueftgold tun, nach all der Voellerei der letzten Tage und Wochen. Wandern und Klettern hilft da naemlich nicht wirklich. Jaja, ich weiss, “Jammern auf ganz hohem Niveau”…und ich schmeiss auch gleich 3 EUR ins Phrasenschwein.
Hinzugesellte sich noch das lang erwartete Surfen, welches ich, aufgrund der Beschwerden zu meinem Blogeintrag von Ica, versuchte mithilfe von Robby – einem Ex-Pro-Surfer aus Hawaii – an Mancoras Straenden zu verfeinern. Mit seinem Uebungsboard funktionierte das in den 1,5 Uebungsstunden auch erstaunlich schnell. Doch habe ich die schnelle Ermuedung beim Surfen unterschaetzt. Ich meine, die Welle zu reiten ist ja das Eine und nun wirklich Coole…aber sobald Du, am Strand angekommen, kehrt machst, um die naechsten Wellen in Angriff nehmen zu koennen, bist Du den Traenen nah! Neee! Ick will da nisch wieder rauspaddeln! Warum ist noch kein heller Kopf darauf gekommen, mal einen kleinen Aussenboarder fuer Boards zu erfinden!?! Und auch gleich noch ‘ne Ladung Salzwasser schlucken? Nein, danke! Da spuck’ ich lieber! Zudem war wohl auch in einigen Momenten einer wunderbaren Welle mein Koerper in extatischer Club-Urlaubsstimmung. Ein beherztes und explosives Aufspringen vom Board in die coole Surfer-Position sieht jedenfalls anders aus, alter Mann. Und aus meiner anfaenglichen Illusion einen geschmeidigen Sascha ueber die Wellen reiten zu sehen, wurde demnach auch nichts. Vielmehr konnte die Strandgemeinde wohl eher einen stocksteifenden und wankenden Deutschen nach zwei Tagen beobachten. Verdammte Axt, Posen sieht anders aus! Nix mit Eisbach im Fruehjahr in Muenchen/Downtown.
Nun denn, nachdem ich jedoch meinem Tagebuch in Huaraz versprochen hatte, dass nach meiner Rueckkehr in Deutschland das Klettern nach Jahren des Zoegerns nun endlich in meine erlesene Hobby-Liste aufgenommen werden wuerde, stehe ich nun hier in Mancora vor einem kleinen Problem!
Nicht das Surfen – wo auch – sondern vielmehr Capoeira bereitet mir nun bei der Wahl eines weiteren Hobbies bei weiterhin begrenzter Freizeit arges Kopfzerbrechen.
Zsuzsa, Du lagst damals mit Deiner Idee voellig richtig! Athletik und Akrobatik spielerisch kombiniert mit wirklich wunderbaren “afro-brasilianischen” Rhythmen…da fuehlen sich meine Hueften und meine “Hummeln im Po” so richtig ausgelastet.
Was macht man da bloss??? Ich glaub’, die einzige Loesung liegt in der Kreation eines neuen Berufsbildes: Hobbyist! Obwohl dann sieht’s schlecht fuer meine Berufsunfaehigkeitsversicherung aus. Ich glaub’, “Hobbyist” als zu versichernde “occupational” (berufliche) oder “pastime impairment” (freizeitliche Beeintraechtigung) gibt’s noch nicht!?! Ian! Geht da was? Koennt Ihr das bitte noch ins Customizing des Risk Managers aufnehmen! Customizing-Views /MSG/V_IMP_OCC und /MSG/V_IMP_PAST…oder so aehnlich! Achja, und nicht die anderen “BuchungsCodes” vergessen! Kann zwar ein bisschen dauern, aber schliesslich kann es ja sein, dass ich meinen gern mit der Erdanziehungskraft spielenden Koerper noch einmal woanders auf der Welt versichern moechte.
Schande, ich glaub’, ich hab’ das zu lange gemacht!
Und wer moechte, der kann sich auch auf meine Sponsorenliste eintragen! Schliesslich steht die Adventszeit vor der Tuer, gell!
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